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1862 Ewiger Garten-Kalender Carl Umlauff Gartenarbeiten im Mai

Gartenarbeiten im Mai. Gartenkalender (1862)

Gartenkalender für den Monat Mai von Carl Umlauff 1862 bestehend aus Blumenkultur, Gemüsebau, Obstbau und Weinbau
Gartenkalender für den Monat Mai nach Umlauff 1862

Welche Tätigkeiten fallen im Monat Mai im Selbstversorger-Garten an? Altes Wissen wiederentdeckt. In diesem Gartenkalender von Carl Umlauff aus dem Jahre 1862 sind die wichtigsten Gartenarbeiten für Selbstversorger im Monat Mai aufgelistet.

Bitte beachten Sie, dass das alte Gartenwissen aus dem folgendem Artikel durch uns nicht geprüft wurde und daher keine Gewährleistung für die Richtigkeit der Inhalte aus Sicht heutiger Standards übernommen werden kann.

Der Blumengarten

  • Die Rasenplätze sind zu scheeren und zu walzen.
  • Alle Beete sind zu jäten.
  • Blühende Aurikeln und Nelken auf Stellagen, dann auch blühende Tulpen, müssen Verdecke zum Schutze gegen die Sonne und Regen erhalten.
  • Die im freien Land befindlichen Pflanzen erhalten Stäbe.
  • Alle jungen und blühenden Pflanzuen sind zu begießen, doch nicht zu stark und nicht in den Mittagsstunden, weil sie sonst faulen.
  • Die Topfgewächse sind stark mit Wasser zu besprengen und dann ins Freie zu bringen.
  • Alle Gewächshauspflanzen, als: Amaryllis, Gladiolus, Oralis, Tuberosen, die überwinterten Knollen der verschiedenen Blumen sind ins freie Land zu setzen.
  • Zu säen sind alle zweijährigen Pflanzen, Lack, Primeln, Winterlevkojen und die perennirenden Pflanzen; zu Ende des Monats alle zarten Gewächse, als: Ipomenea, mehrere Nachtkerzenarten usw. dorthin, wo sie blühen sollen.
  • Auszupflanzen sind: Basilikum, Balsaminen, alle Arten Sommercscabiosen, Sommerrosen, Goldlack, Levkojen, Nelken.
  • Die in Töpfen getriebenen Georginenknollen sind ins Land zu versetzen.
  • Maiblumen sind im Walde auszugraben und im Garten in feuchtes, schattiges Land zu verpflanzen.
  • Stecklinge, Ableger, Senker sind zu machen.
  • Gefüllter Goldlack, Gartenzypresse, hochrothe Fuchsien, Rosmarin, Salbei, sind in Töpfen oder in einer warmen Rabatte aus Stecklingen zu vermehren.
  • Abgeblühte Rosen und andere Sträucher können umgesetzt werden.
  • Crocus, Herbstzeitlosen und Kaiserkronen sind, wenn sie schon durch 3 Jahre in der Erde waren und das Kraut vertrocknet ist, herauszunehmen.
  • Nelken und andere Topfgewächse lassen sich jetzt am leichtesten von Blattläusen reinigen.
  • Schädliche Insekten sind zu vertilgen.

Gemüsegarten

  • Alle Beete sind zu jäten.
  • Die Erbsen sind zu behacken und mit Stützreißern zu versehen.
  • Die zu dicht stehenden Pflanzen sind durchzuziehen und zu verdünnen.
  • Blühende Erdbeeren sind bei trockenem Wetter zu begießen.
  • Vom Blumenkohl und Wintersalat werden die schönsten Köpfe zum Samentragen ausgezeichnet.
  • Das Schießen des Salates ist durch Einschnitte knapp unter den Blättern zu verhindern.
  • Es können nachgesäet werden: Blumenkohl, Kohlrabi, Möhren, Rotkraut, Wälschkohl, Weißkraut, Wirsing. Von Gurken und Kürbissen macht man wegen zu fürchtenden Frösten mehrere Aussaaten.
  • In der Mitte des Monats werden Beete von Meerrettigen angelegt.
  • Melonen, die in Mistbeeten gezogen wurden, können zu Ende des Monats auf lockere, warme Beete ins Freie gesetzt werden, müssen aber Anfangs bei kühler Witterung und Nachts mit gläsernen Glocken bedeckt werden.
  • Den Gewächsen in den Mistbeeten ist immer mehr Luft zu geben; an schönen Tagen kann man 4 bis 5 Stunden lang die Fenster abnehmen.
  • Melonenranken müssen verbrochen und von den überflüssig angesetzten Früchten befreit werden.
  • Die Beete der Meerrettige erfordern einen fetten, lockern Boden, der im Herbste gut gedüngt und tief umgegraben wurde. Die Beete sind 3 Schuh breit und hochgewölbt anzulegen. Zur Unterbringung der Pflanzen sind mit dem Pflanzenstocke zwei Schuh tiefe Löcher, eines vom andern und vom Rande des Beetes einen Schuh entfernt, zu machen. Die Stecklinge müssen 3 bis 4 Zoll Erde über sich haben.

Obstgarten

  • Die im Frühjahre copulirten Stämmchen sind zu begießen.
  • Hat man lang gebrochene Edelreiser, so kann man zu Anfang des Monats noch copuliren; auch kann man, am besten in den Morgenstunden, in die Rinde propfen.
  • Der Verband der copulirten Bäumchen ist dort, wo er einschneidet, zu lüften; die wilden Augen sind bei Zeiten abzunehmen.
  • Jungen Bäumchen werden, wenn sie stammhaft sind, die Pfähle genommen.
  • Den copulirten und georpoften Stämmchen sind an zwei Steifen Pfähle zu geben.
  • Noch nicht ausgewaschenen Aprikosen- und Pfirsichbäumen, welche schon viele Früchte ansetzen, werden diese zum Teil abgenommen, kränklichen sind alle abzunehmen. Die Nebenschossen sind fleisig abzunehmen, nur an vor kurzem veredelten Bäumchen sind einige stehen zu lassen, und wenn sie den Hauptzweig zu überwachsen drohen, etwas abzustutzen.
  • Wenn während der Blütezeit ein starker, anhaltender Regen kommt, so müssen die Bäume mehrmals geschüttelt werden, wodurch erzielt wird, dass sich die Blüten sicherer befruchten. Das Schütteln ist übrigens auch bei trockenem, windstillen Wetter vorteilhaft.
  • Zu Ende des Monats wird Bast geschält, und zwar zunächst von Linden und Akazien, welche den schönsten und haltbarsten geben.
  • Die der Baumschule schädlichen Schnecken können am leichtesten unter Erbsenstrohbündeln gefangen werden, da sie sich gern unter denselben, wenn diese feucht sind, ansammeln.
  • Die Ringelraupe, Nonnenraupe, der Blaukopf, Baumweißling, Spanner, M aikäfer, Blattläuse sind zu vertilgen.

Weingarten

  • Zu Ende des Monats, kurz vor der Blütezeit, ist der Boden das zweite Mal zu behacken und vom Unkraut zu reinigen.
  • Das Aufziehen und Anheften der Weinstöcke ist fortzusetzen.
  • Das Kappen des Weinstocks hat zu geschehen, sobald die Trauben und zwei bis drei Blätter über denselben deutlich zu erkennen sind.
  • Auf den Rebenstecher, einen glänzend-goldig-kupferroten, azurblau schillernden Käfer, welcher den Weinreben sehr vielen Schaden zufügt, ist Jagd zu machen.

Gesamtübersicht der Monate Januar – Dezember (Gartenkalender 1862)

Gartenarbeiten im April

Gartenarbeiten im Juni

Vielen Dank an die österreichische Nationalbibliothek für das Digitalisieren dieses Werkes.