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1862 Ewiger Garten-Kalender Carl Umlauff Gartenarbeiten im Februar

Gartenarbeiten im Februar. Gartenkalender (1862)

Gartenkalender für den Monat Februar von Carl Umlauff 1862 bestehend aus Blumenkultur, Gemüsebau, Obstbau und Weinbau
Gartenkalender für den Monat Februar nach Umlauff 1862

Welche Tätigkeiten fallen im Monat Februar im Selbstversorger-Garten an? Altes Wissen wiederentdeckt. In diesem Gartenkalender von Carl Umlauff aus dem Jahre 1862 sind die wichtigsten Gartenarbeiten für Selbstversorger im Monat Februar aufgelistet.

Bitte beachten Sie, dass das alte Gartenwissen aus dem folgendem Artikel durch uns nicht geprüft wurde und daher keine Gewährleistung für die Richtigkeit der Inhalte aus Sicht heutiger Standards übernommen werden kann.

Der Blumengarten

  • Im Blumengarten werden die Rasenpartien mit Jauche, Gyps oder Guano gedüngt.
  • Die Gartenwege sind zu reinigen und zu walzen.
  • Die in den Kellern verwahrten Pflanzen sind zu lüften, verdorbene von den guten auszuscheiden.
  • Von den Zwiebelgewächsen im Freien sind die Decken nach und nach behutsam abzunehmen.
  • Mit dem Vorrichten der Blumenerde und Rabatten kann bei günstiger Witterung begonnen werden.
  • Zu säen ist der Saame von allen nicht zu verpflanzenden Blumen, insbesondere: Azaleen, Calliopsis, Klarkien, Kollinsien, Frauenspiegel, Iberis, Rittersporn usw.; ferner sind zu säen: Georgien, Lack, Winterlevkojen, allenfalls auch noch Aurikeln und Primeln. Anemonen und Ranunkeln können gelegt, müssen aber bedeckt werden.
  • Azaleen, Primeln, Rhododendron werden noch zum Treiben angesetzt.
  • Die Monatsrosen sind zu stützen.
  • Pennerierende Pflanzen, die an einem Orte schon durch mehrere Jahre gestanden sind, dann frühblühende Sträucher als: Berberis, Bocksdorn, Korchorus, Essigbeere, Flieder, Jelängerjelieber, Mandeln können bei offenem Boden umgepflanzt werden.
  • Rosenstöcke können zum Treiben eingestellt werden.
  • Die Landrosen sind zu beschneiden; Rosenwildlinge durch Propfen, Copuliren und Ableger zu veredeln.
  • Die Töpfe, welche Ableger enthalten, sind in warme Beete zu stellen und mit Glasglocken zu bedecken. Diese Töpfe sind sehr wenig zu begießen, dagegen muss aber das Mistbeet warm und feucht erhalten werden; die Glocken müssen an jedem Morgen aufgehoben und sorgfältig abgewischt werden, damit die Tropfen, die sich inwendig bilden, nicht auf die Pflanze herabfallen.
  • Bildet sich demungeachtet eine grüne Kruste auf den Blumentöpfen, so muss dieselbe sorgfältig abgekratzt und die Erde mit etwas feinem Sande bestreut werden.
  • Topfgewächse sind zu düngen und zu versetzen.
  • Die Vertilgung der Schildläuse hat man sich angelegen sein zu lassen.

Gemüsegarten

  • Was im Januar versäumt wurde, ist nachzuholen. In trockenen und warm gelegenen Gärten können bei günstigem Wetter Beete gegraben und diese besät werden mit: Spinat, Schnittkohl, Kerbel, Petersilie, Carotten, Pastinaken, Schwarzwurzeln, Mairüben, Möhren, Zwiebeln, Löffelkraut, Kopf- und Schnittsalat, Rapunzen, Kopfkohl, Wirsing, Melde, Kohlrabi, Braunkohl, Rapuntika usw.
  • Auch mit dem Legen der Erbsen kann angefangen werden.
  • Bisweilen gelingt es auch zu Ende des Monats Knoblauch, Perl- und Steckzwiebeln, Schnittlauch, Schalotten auszupflanzen.
  • Von den Wurzelschossen alter Artischockenpflanzen legt man eine neue Pflanzung an, und bedeckt dieselbe mit trockenem Laub oder Stroh.
  • Spargelkerne sind zu legen, um daraus Samenpflanzen zu ziehen. Auch kann noch eine Spargelpflanzung durch Samen erfolgen.
  • Die noch im freien Lande befindlichen Wurzelgewächse, namentlich Zucker- und Petersilienwurzeln, sind längstens am Ende des Monats vollends aufzunehmen, weil sie sonst überständig werden.
  • Mistbeete zum Aussäen von allen Arten Gemüsesamen werden angelegt. In dieselben werden auch noch in diesem Monate Buschbohnen, Carotten, Carfiel, Gurken, Kohlrabi, Kopfsalat, Melonen, Möhren, Radieschen gesäet, beziehungsweise gelegt.
  • Zu Ende des Monats werden Sechswochen-Kartoffeln in warme Frühbeete in der Art gepflanzt, dass sie 10 bis 12 Zoll Erde Deckung haben. Solche Beete können auch schon mit Blumenkohl oder Kohlrabi bepflanzt werden.
  • In die Treibkästen sind auch Töpfe mit Erdbeeren einzustellen.
  • Die Werren oder Maulwurfsgrillen sind in ihren Winterquartieren aufzusuchen und zu töten; in welcher Beziehung auf den Monat November hingewiesen wird.

Obstgarten

  • Das Land zur Samenschule ist umzugraben, wenn dasselbe bereits aufgetaut und nicht zu nass ist. In dieses ist Steinobstsamen und auch Schalenobst auszusäen; wenn alles das nicht schon zu Anfang des Winters geschehen ist.
  • Mit dem Propfen und Korpulieren kann begonnen werden.
  • Edelreißer sind zu sammeln und zwar namentlich von Johannisäpfeln, Quitten, Cornellkirschen, Johannis- und Stachelbeeren, Maulbeeren; von Johannis- und Stachelbeeren sind auch die bewurzelten Ableger und die Wurzelschösslinge aus dem vorigen Jahre abzutrennen.
  • Das Reinigen der Bäume ist fortzusetzen.
  • Die Düngung der Bäume ist zu beendigen.
  • Mit dem Versetzen der Bäume ist anzufangen.
  • Die auf das Auge im Sommer okulirten oder zu Zwergstämmen bestimmten Bäume sind bis auf 3 oder 4 Augen über der Okulierstelle abzuschneiden.
  • Die Spallierbäume sind zu beschneiden, namentlich die Pfirsich-, Aprikosen- und Birnbäume, bevor die Augen anfangen stark zu keimen; bei kalter, namentlich aber bei Glatteis-Witterung sind die Pfirsichen und Aprikosen besonders in der Nacht bedeckt zu halten.
  • Von sehr großem Nutzen ist es, wenn die Beerenobststräucher mit abgestandener Jauche gedüngt werden.
  • Den stämmig gewordenen Bäumchen werden die Pfähle genommen.
  • Die Hecken und lebenden Zäume werden beschnitten, die Lücken ausgefüllt, neue angelegt.
  • Zwergbäume werden unfruchtbar, wenn sie so tief gepflanzt sind, dass der Edelstamm Wurzeln treiben kann. Um dieses zu verhüten, muss man alljährlich im Frühjahre die Wurzeln von der Erdoberfläche aus, einen halben Fuß tief dicht am Stamme abschneiden.

Weingarten

  • Die Spaliere sind auszubessern und in ordentlichen Stand zu setzen.
  • Zu Ende des Monats ist der Anfang mit dem Aufziehen und Anbinden der Weinstöcke zu machen.
  • Auch sind in der letzten Hälfte des Monats die Weinstöcke zu düngen und zu senken.
  • Zum Anbinden eignen sich wegen der Zähigkeit am besten die Ruthen der gelben, Dotter- oder Goldweide (Salix vitellina), der Bandweide (Salix viminalis), der Buschweide (Salix triandra), des rothen Hartriegels (Cornus sanguinea)

Gesamtübersicht der Monate Januar – Dezember (Gartenkalender 1862)

Gartenarbeiten im Januar

Gartenarbeiten im März

Vielen Dank an die österreichische Nationalbibliothek für das Digitalisieren dieses Werkes.

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