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Ausrüstung / Werkzeug

Blumenkübel selbst herstellen – aus Eichen- oder Buchenholz

Pfaffer Huck aus dem Elsaß beschreibt die Herstellung von Blumenkübeln aus Eichenholz – für jedermann im heimischen Garten herstellbar.

Wie ich meine Blumenkübel selber mache.
Ein Beitrag vom Pfarrer Huck aus Niederroedern (Elsaß), Erschienen in: „Der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau, 7. Dezember 1890.

 Blumenkübel? die macht der Böttcher, dann sind sie schön sauber gearbeitet. – Jawohl, lieber Leser, schön glatt und rund, und ohne Tadel; ich sage Dir aber, so viele Freude bereiten sie Dir doch nicht, als wenn Du sie selber verfertigest.

Dazu ist diese Fabrikation sehr einfach, und sehen die Kübelchen, wenn mit etwas Geschick gearbeitet, sehr gefällig aus. Ja, Kübelchen sind es, die ich fabriziere, solche, die die großen irdenen Blumentöpfe, die so leicht zerbrechlichen, ersetzen sollen und zur Aufnahme der den kleineren Blumentöpfen entwachsenen, für die großen Kübel aber noch zu kleinen Oleander, Lorbeer usw. dienen. Die sind gar oft von Nöten.

Nun, wer Zeit und Lust hat – große Kunst braucht man nicht dazu und noch weniger Geld – der höre aufmerksam zu, wie ich es mache. Ich nehme bei meiner Erklärung eine bestimmte Größe an, will man kleinere oder größere Kübel verfertigen, so ist es ja leicht, ab- und zuzugeben.

Wenn im Frühjahre mein Brennholz klein gemacht wird, so haben die Holzmacher die Weisung, jedes Stück Eichenholz oder auch Hainbuchenholz, das Glatt und ohne Äste ist, und demgemäß leicht sich spalten lässt, auf eine Seite zu legen. Das ist mein Arbeitsholz.
Da müsste es viel geben, denkst Du wohl. Du irrst, lieber Freund! Wenn ich 8 – 10 Stück aus einem Haufen Holz von 16 Ster herausfinde, so kann ich zufrieden sein. Dieses Holz wirdd nun in 2 cm dicke Scheiben gespalten, um so zu trocknen. Soll nun ein Kübel verfertigt werden, so werden diese Bretter auf die nötige Länge geschnitten, nehmen wir 1/3 m an, sodann in 5 cm breite Brettchen gespalten. Jetzt fängt die eigentliche Arbeit erst an. Diese Dauben, oben 5 cm, am anderen Ende 4 cm breit, werden gehobelt oder mit dem Schnittmesser geschnitten, aber rechtwinklig kantig gelassen. Hat man die nötige Anzahl, sagen wir 18 Stück, macht man aus starkem Draht, wie man ihn für Rebenspaliere braucht, 2 oder 3 Reisen, je einen größern als den andern, aber doch immerhin so, dass der größte ungefähr 3 cm vom obersten Rande, der unterste 3 cm vom Boden zu stehen kommt, also Reisen von ca. 72, 81 und 90 cm Umfang, legt sie aufeinander auf ein Häuflein Sand, steckt die Dauben im Kreis herum in den Sand, zieht die Reischen in die Höhe, treibt sie an, befestigt sie mit einem kleinen Stift, und – es fehlt nur noch der Boden. Derselbe, der wegen des Abzugs des überflüssigen Gießwassers durchaus keinen Anspruch auf Dichtigkeit machen darf, wird aus eichenen Brettchen zusammengenagelt und so geschnitten, dass er bis in die Gegend des untersten Reisens hinabfällt.

Das Bild zeigt selbst hergestellte Blumenkübel.
Blumenkübel aus Eichenholz herstellen.

Der Kübel ist nun fertig, will aber der liebe Leser noch etwas mehr thun, so kann er sein Fabrikat noch anstreichen; Luft wird durch die Ritzen zwischen den einzelnen Dauben noch genug in die Erde dringen.

So mache ich meine Blumenkübel. Probiert es einmal. Ihr alle, die Ihr Lust und Geschick zu solchen Arbeiten habt, Ihr werdet sehen, dass Ihr Freunde daran erlebt.

 


Ein Hinweis in eigener Sache:

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