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Was es im Februar in unseren Gärten zu tun gibt... ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏
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Liebe Gartenfreunde,
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 | Inhalte des Newsletters: 1. Einleitung 2. Alte Bauernregeln im Februar 3. Gartenkalender nach Umlauff 1862 4. Gartenkalender nach Böttner 1899 5. Nützliche Links und verwendete Abbildungen
Schon wieder ist ein neuer Monat ins Land gestrichen und der tägliche Alltag geht wie gewohnt weiter. Trotz Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen konnten doch viele Gartenfreunde die ruhigere Zeit im Winter nutzen, sich auf das Gartenjahr 2021 vorzubereiten. Bald ist es wieder soweit - die Mistbeete sollten solangsam eingerichtet werden und mit frühen Kulturen wie Salat, Karotten, Sellerie und Kohlrabi besät werden. Auch wenn die Natur bei vielen Gartenfreunden unter der weißen Pracht immernoch schlummert, so sollte sich der eifrige Gartenfreund auf die arbeitsreichste Zeit im kommenden Frühjahr anständig vorbereiten.
Im Folgenden zum aktuellen Thema eine "Gesund-Regel" aus "Der Verständige Gartenmeister, 1703" von Pieter van Aengelen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Bleiben Sie gesund.
Sey in dem Hornung warm bekleidet. Purgier / bad / schwitz / nun ist es Zeit. Trinck Alant-Wermuht-Bier und Wein/ Es wird dir nur sehr dienlich seyn. Scheu nu die Luft / bleib gern zu Hauß, Sonst schlächt es leicht zur Krankheit aus. Spitz nun und grab / beschneid den Baum/ Und putze deines Gartens Raum.
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Bauernregeln im Februar (Hornung)
Alte Bauernregeln können eine leise Prognose auf die kommende Zeit wagen. Alle hier genannten Bauernregeln stammen aus dem Buch "Die Kunst des Wetterprophezeiens" von Freiherr von Horn aus dem Jahre 1869.
- Wenn's der Hornung gnädig macht, bringt der Lenz den Frost bei Nacht.
- Wenn's im Hornung nicht recht wintert, so kommt die Kälte an Ostern.
- Im Hornung will der Bauer lieber einen hungrigen Wolf im Stalle, als einen Mann im Hemde arbeiten sehen.
- Wenn im Hornung die Mücken schwärmen, muss man im März die Öfen wärmen.
- Kommt die Katz im Hornung sich, treibt der März sie hinter'n Ofen. Doch ist's im Hornung schauerlich, so ist ein gutes Jahr zu hoffen.
- Wenn die Hasen lustig springen, hoch in Lüften Lerchen singen, wird's Frost und Kälte bringen.
- Wenn's an Lichtmeß nur so viel schneit, dass man's auf einem schwarzen Ochsen sieht, so wird's bald Sommer; Ist es hell und klar, so dauert der Winter lang.
- Ist's an Lichtmeß licht, geht der Winter nicht.
- St. Dorothe (6. Februar) bringt den meisten Schnee.
- Die Nacht vor Petri Stuhlfeier (22. Februar) weiset an, was mir 40 Tage für ein Wetter han.
- Matheis (24. Februar) bricht's Eis, hat er keins, so macht er eins.
- An Romanus (28. Februar) hell und klar, bedeutet gutes Jahr.
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Gartenkalender für den Monat Februar (Hornung) nach Umlauff (1862)
nach Carl Umlauff, 1862. Die leserlichere Textform befindet sich unter der Abbildung. Je nach geographischer Lage kann der Gartenkalender zeitlich natürlich etwas abweichen.
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Blumengarten- Im Blumengarten werden die Rasenpartien mit Jauche, Gyps oder Guano gedüngt.
- Die Gartenwege sind zu reinigen und zu walzen.
- Die in den Kellern verwahrten Pflanzen sind zu lüften, verdorbene von den guten auszuscheiden.
- Von den Zwiebelgewächsen im Freien sind die Decken nach und nach behutsam abzunehmen.
- Mit dem Vorrichten der Blumenerde und Rabatten kann bei günstiger Witterung begonnen werden.
- Zu säen ist der Saame von allen nicht zu verpflanzenden Blumen, insbesondere: Azaleen, Calliopsis, Klarkien, Kollinsien, Frauenspiegel, Iberis, Rittersporn usw.; ferner sind zu säen: Georgien, Lack, Winterlevkojen, allenfalls auch noch Aurikeln und Primeln. Anemonen und Ranunkeln können gelegt, müssen aber bedeckt werden.
- Azaleen, Primeln, Rhododendron werden noch zum Treiben angesetzt.
- Die Monatsrosen sind zu stützen.
- Pennerierende Pflanzen, die an einem Orte schon durch mehrere Jahre gestanden sind, dann frühblühende Sträucher als: Berberis, Bocksdorn, Korchorus, Essigbeere, Flieder, Jelängerjelieber, Mandeln können bei offenem Boden umgepflanzt werden.
- Rosenstöcke können zum Treiben eingestellt werden.
- Die Landrosen sind zu beschneiden; Rosenwildlinge durch Propfen, Copuliren und Ableger zu veredeln.
- Die Töpfe, welche Ableger enthalten, sind in warme Beete zu stellen und mit Glasglocken zu bedecken. Diese Töpfe sind sehr wenig zu begießen, dagegen muss aber das Mistbeet warm und feucht erhalten werden; die Glocken müssen an jedem Morgen aufgehoben und sorgfältig abgewischt werden, damit die Tropfen, die sich inwendig bilden, nicht auf die Pflanze herabfallen.
- Bildet sich demungeachtet eine grüne Kruste auf den Blumentöpfen, so muss dieselbe sorgfältig abgekratzt und die Erde mit etwas feinem Sande bestreut werden.
- Topfgewächse sind zu düngen und zu versetzen.
- Die Vertilgung der Schildläuse hat man sich angelegen sein zu lassen.
Gemüsegarten- Was im Januar versäumt wurde, ist nachzuholen. In trockenen und warm gelegenen Gärten können bei günstigem Wetter Beete gegraben und diese besät werden mit: Spinat, Schnittkohl, Kerbel, Petersilie, Carotten, Pastinaken, Schwarzwurzeln, Mairüben, Möhren, Zwiebeln, Löffelkraut, Kopf- und Schnittsalat, Rapunzen, Kopfkohl, Wirsing, Melde, Kohlrabi, Braunkohl, Rapuntika usw.
- Auch mit dem Legen der Erbsen kann angefangen werden.
- Bisweilen gelingt es auch zu Ende des Monats Knoblauch, Perl- und Steckzwiebeln, Schnittlauch, Schalotten auszupflanzen.
- Von den Wurzelschossen alter Artischockenpflanzen legt man eine neue Pflanzung an, und bedeckt dieselbe mit trockenem Laub oder Stroh.
- Spargelkerne sind zu legen, um daraus Samenpflanzen zu ziehen. Auch kann noch eine Spargelpflanzung durch Samen erfolgen.
- Die noch im freien Lande befindlichen Wurzelgewächse, namentlich Zucker- und Petersilienwurzeln, sind längstens am Ende des Monats vollends aufzunehmen, weil sie sonst überständig werden.
- Mistbeete zum Aussäen von allen Arten Gemüsesamen werden angelegt. In dieselben werden auch noch in diesem Monate Buschbohnen, Carotten, Carfiel, Gurken, Kohlrabi, Kopfsalat, Melonen, Möhren, Radieschen gesäet, beziehungsweise gelegt.
- Zu Ende des Monats werden Sechswochen-Kartoffeln in warme Frühbeete in der Art gepflanzt, dass sie 10 bis 12 Zoll Erde Deckung haben. Solche Beete können auch schon mit Blumenkohl oder Kohlrabi bepflanzt werden.
- In die Treibkästen sind auch Töpfe mit Erdbeeren einzustellen.
- Die Werren oder Maulwurfsgrillen sind in ihren Winterquartieren aufzusuchen und zu töten; in welcher Beziehung auf den Monat November hingewiesen wird.
Obstgarten- Das Land zur Samenschule ist umzugraben, wenn dasselbe bereits aufgetaut und nicht zu nass ist. In dieses ist Steinobstsamen und auch Schalenobst auszusäen; wenn alles das nicht schon zu Anfang des Winters geschehen ist.
- Mit dem Propfen und Korpulieren kann begonnen werden.
- Edelreißer sind zu sammeln und zwar namentlich von Johannisäpfeln, Quitten, Cornellkirschen, Johannis- und Stachelbeeren, Maulbeeren; von Johannis- und Stachelbeeren sind auch die bewurzelten Ableger und die Wurzelschösslinge aus dem vorigen Jahre abzutrennen.
- Das Reinigen der Bäume ist fortzusetzen.
- Die Düngung der Bäume ist zu beendigen.
- Mit dem Versetzen der Bäume ist anzufangen.
- Die auf das Auge im Sommer okulirten oder zu Zwergstämmen bestimmten Bäume sind bis auf 3 oder 4 Augen über der Okulierstelle abzuschneiden.
- Die Spallierbäume sind zu beschneiden, namentlich die Pfirsich-, Aprikosen- und Birnbäume, bevor die Augen anfangen stark zu keimen; bei kalter, namentlich aber bei Glatteis-Witterung sind die Pfirsichen und Aprikosen besonders in der Nacht bedeckt zu halten.
- Von sehr großem Nutzen ist es, wenn die Beerenobststräucher mit abgestandener Jauche gedüngt werden.
- Den stämmig gewordenen Bäumchen werden die Pfähle genommen.
- Die Hecken und lebenden Zäume werden beschnitten, die Lücken ausgefüllt, neue angelegt.
- Zwergbäume werden unfruchtbar, wenn sie so tief gepflanzt sind, dass der Edelstamm Wurzeln treiben kann. Um dieses zu verhüten, muss man alljährlich im Frühjahre die Wurzeln von der Erdoberfläche aus, einen halben Fuß tief dicht am Stamme abschneiden.
Weingarten- Die Spaliere sind auszubessern und in ordentlichen Stand zu setzen.
- Zu Ende des Monats ist der Anfang mit dem Aufziehen und Anbinden der Weinstöcke zu machen.
- Auch sind in der letzten Hälfte des Monats die Weinstöcke zu düngen und zu senken.
- Zum Anbinden eignen sich wegen der Zähigkeit am besten die Ruthen der gelben, Dotter- oder Goldweide (Salix vitellina), der Bandweide (Salix viminalis), der Buschweide (Salix triandra), des rothen Hartriegels (Cornus sanguinea)
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Gartentätigkeiten im Februar nach Böttner (1899)
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Auch der bekannte Gartenmeister Johannes Böttner hat in seinem "Gartenbuch für Anfänger" aus dem Jahr 1899 eine Übersicht aller notwendigen Gartenarbeiten/Aufgaben veröffentlicht, die allerdings etwas kürzer ist als die Tabelle von Umlauff.- Gartenland graben, falls der Boden offen und nicht zu naß ist.
- Das gegrabene Gemüseland sofort besäen mit Mohrrüben, Erbsen, Puffbohnen, Spinat, Salat, Zwiebeln, Schwarzwurzeln.
- Kasten, Dünger, Fenster, Strohdecken zum Anlegen von Mistbeeten vorbereiten.
- Für früheste Kulturen auch schon Mistbeete anlegen und mit Salat, Karotten, Sellerie, Kohlrabi besäen.
- Artischocken und Tomaten in Töpfe säen, Erbsen und Puffbohnen in Kästchen legen.
- Frühkartoffeln ankeimen.
- Stracheldraht und Drahtgeflechtzäune errichten.
- Wege ausstecken und Steine in die Wege schaffen.
- Flüssigen Dünger für den Sommergebrauch zubereiten.
- Alte Obstbäume ausputzen, junge Obstbäume, Zwegobst- und Spalierbäume schneiden, Spaliervorrichtungen an Mauern anbringen.
- Ziersträucher schneiden
- Neue Gehölzpflanzungen ausstecken.
- Alte Gehölze lichten.
- Am Zimmerfenster die ersten Aussaaten im Topfe vornehmen: Begonien, Margaretennelken, Verbenen, Petunien, Canna und Blattpflanzen, Palmen usw.
- Die Vermehrung im Gewächshaus beginnt.
- Gartenlaube zimmern.
- Alles vorbereiten für die arbeitsreichste Zeit in den ersten Frühlingstagen.
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Nützliche Links und Abbildungen
Nützliche Links: Mistbeet anlegen: https://uropas-bauerngarten.de/mistbeete-anlegen-eine-anleitung-zum-selber-bauen/ Alte Sorten (Saatgut) beschaffen: https://uropas-bauerngarten.de/alte-sorten-liste-empfehlenswerter-anbieter-fuer-den-saatgutkauf/ Das Säen (wie man richtig sät): https://uropas-bauerngarten.de/das-saeen-wie-man-gemuese-richtig-aussaet/ Keimfähigkeit von Samen Testen: https://uropas-bauerngarten.de/keimfaehigkeit-der-samen-der-keimtest/ Das Rigolen: https://uropas-bauerngarten.de/das-rigolen-beet-umgraben/
Grafiknachweis: Grafik 1: F. Rittmeyer: Der Gebirgspfarrer und der Sigrist in der Lawine. Aus: "Daheim, 1868". Grafik 2: Gesund-Regeln für Februar. In: Pieter van Aengelen, "Der verständige Gartenmeister, 1703" Grafik 3: Gartenkalender nach Umlauff, 1861. Digitalisiert von der Österreichischen Nationalbibliothek Grafik 4: Gartentätigkeiten im Februar. In: Johannes Böttner, "Gartenbuch für Anfänger", 1899 Grafik 5: Trenngrafik Pflanzenzweige, In: Johannes Böttner, "Gartenbuch für Anfänger", 1899
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