Die Erntehoffnung in diesem Jahr liegt auf der Roten Sternrenette... ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­ ͏ ‌     ­
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Gartentätigkeiten im September
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Liebe Gartenfreunde,

‌ ludwig-richter-frostr

Inhalte des Newsletters:
1. Bauernregeln für den Monat September
2. Ein Beitrag über die Rote Sternrenette
3. Das Geheimnis, Pflaumen drei bis vier Monate aufbewahren
4. Gartenkalender für den Monat September

"Wenn es viele Eicheln gibt, fällt um Weihnachten viel Schnee."


Laut einer alten Bauernregel aus einem Buch von 1869 soll der Winter schneereich werden, wenn es viele Eicheln gibt. Ich kann zumindest für mich und den Thüringer Raum sprechen - und hier hat es dieses Jahr auch wieder außergewöhnlich viele Eicheln. Was mir noch auffällt ist, dass diese auch außergewöhnlich groß sind. Auch die Kastanien hängen gebrochen voll, und schauen dieses Jahr noch sehr gesund aus. Es bleibt also zu hoffen, dass wir in diesem Winter eine weiße Weihnacht erleben. Bauernregeln können zutreffen oder nicht (insbesondere in der heutigen Zeit), aber Glaube und Hoffnung sind wichtige Elemente im menschlichen Geist - daher versuchen wir, optimistisch zu sein. Die Zeichen der alten Bauernweisheiten stehen hierfür jedenfalls gut.
 
Im Folgenden will ich Ihnen noch weitere Bauernregeln nennen, in der Hoffnung, schon etwas über den kommenden Winter vorhersagen zu können:

  • Donnert's in diesem Monat, so soll es im folgenden Jahre viel Obst und Getreide geben.
  • Nach September-Gewittern, wird man im Hornung vor Kältre zittern.
  • Nie hat's der September besser vermocht, was ein ungünstiger August nicht gekocht.
  • Septemer-Regen, für Saat und Reben dem Bauern gelegen.
  • Matthäi (21. September) Wetter Hhell und klar, bringt guten Wein im nächsten Jahr.
  • Wenn ers an Mauritius (22. September) klares Wetter ist, so sollen im nächsten Winter viele Winde tosen.
  • Bringt St. Michael (29) Regen, kann man im Winter den Pelz anlegen.
  • Wenn Michaelis der Wind von Nord und Ost wehr, ein harter Winter zu erwarten steht.
  • Regnet's sanft am Michaelistag, so folgt ein milder Winter nach.


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Die rote Sternrenette - meine Erntehoffnung

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Ich schrieb schon im Frühjahr diesen Jahres, dass ich kein besonders gutes Obstjahr erwarte. Mittlerweile sehe ich das ganze etwas optimistischer. Sehr viele Obstbäume haben während der Blüte den Spätfrost abbekommen, was zu einem Absterben der Blüte geführt hat. Folglich gab es an diesen Bäumen kein Obst.

In diesem Jahr zeigt sich deutlich, wie wertvoll eine Obstsortenvielfalt, insbesondere mit alten Sorten ist!

Während Apfelsorten wie Gravensteiner, Schöner aus Boskop, Jonagold, Berner Rosen u.v.m. in diesem Jahr keinen einzigen Apfel liefern, überrascht mich eine Sorte besonders: - Die Rote Sternenrenette. Bekannt ist Ihnen dieser Apfel bestimmt noch aus der Kindheit, "Weihnachtsapfel" wurde dieser genannt, da man ihn im Herbst erntete und bis Weihnachten lagern und dann essen konnte.

Den Baum der Roten Sternrenette erkennt ein Obstkundiger schon von weitem, auch ohne eine einzige Frucht. Die Bäume werden sehr hoch und bilden kugelförmige Abschnitte, man kann sie vielleicht auch Satelliten nennen. Wenn man sich das typische Bild einer Sternrenette einmal eingeprägt hat, wird man diese auch von weitem erkennen können.

Die Frucht der roten Sternrenette ist rund und scharlachrot angefärbt. Ein gutes Erkennungsmerkmal sind die Sternförmigen Punkte auf der glatten und zähen Schale. Abhängig vom Boden, können rote Fäden das gelb-weißliche Fruchtfleisch durchziehen; dies ist aber kein genaues Kriterium, denn es gibt auch Sternrenetten ohne diese roten Fäden. Der Apfel weißt einen typischen Geschmack auf, ist nur leicht aromatisch und wenig saftig. Die Frucht wird bei zu später Ernte (und nach Lagerung ab Januar) schnell mürbe.

Viele Streuobstwiesen sind noch mit der Roten Sternrenette bepflanzt, vermutlich weniger wegen des guten Geschmackes, sondern mehr wegen der späten und lang anhaltenden Blüte, die den Menschen auch früher Erträge gesichert hat, auch wenn die Blüten von anderen Apfelsorten erfroren sind. Verwendet wurden die Früchte der Sorte dann als Mostobst zur Saftherstellung oder auch zur Mußbereitung. Wenn Sie mich fragen, dann sollten in jede neue Streubobstpflanzung mindestens 3 - 4 Sternrenetten integriert werden. Neben dieser Sorte haben mich in diesem Jahr auch die Apfelsorten "Gloria Mundi" und "Hasenkopf" positiv überrascht, die scheinbar auch nicht so empfindlich für Blütenfröste sind und reichlich tragen. Im Folgenden noch ein aktuelles Bild von einer meiner Sternrenetten. An diesem Bild erkennt man auch gut den satelitenförmigen Aufbau der Roten Sternrenette und sieht beim genauen Hinsehen auch viele Früchte am Baum.

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Pflaumen drei bis vier Monate aufbewahren

Der Herbst ist die Zeit der Ernte. Viele Gartenfreunde kennen die Kunst des Lagerns von Äpfeln, aber wissen Sie auch, wie man Pflaumen lange lagern kann? Aus einem alten Buch von 1854 habe ich folgende Anleitung zur Aufbewahrung von Pflaumen gelesen und möchte diese Ihnen gerne zur Verfügung stellen. Vielleicht findet sich der ein oder andere Gartenfreund, der dieses Verfahren ausprobieren, und hier dann entsprechend berichten möchte.

"Pflaumen drei bis vier Monate lang, unbeschadet ihrer Güte, im frischen Zustande zu erhalten." - Nach Gruners Monatsgärtner.

"Wenn man diese Früchte über die ihnen von der Natur bestimmte Zeit aufbewahren will, so müssen sie so viel als möglich vor dem Andringen der Luft geschützt und auf folgende Weise dazu vorbereitet werden. Wenn die Pflaumen reif sind, pflückt man sie (noch ehe sie sich vom Stiele lösen) ohne Beschädigung und mit ihren Stielen an einem trockenen Tage ab, bringt sie in eine luftige Kammer, breitet sie daselbst aus und lässt sie so zwei bis drei Tage ausdünsten. Dann legt man sie schichtenweise zwischen Weizenmehl in Fässchen, so dass keine die andere berührt und eine jede vollkommen mit Mehl umgeben ist. Nachdem die Gefäße voll sind, verdeckt man sie aufs beste, damit keine Luft zu ihnen dringen kann, und setzt sie in eine trockene Kammer.
Will man nun einige dieser Pflaumen als etwas Seltenes auf die Tafel stellen, so nimmt man sie aus dem Gefäß heraus, wäscht das Mehl rein ab, legt sie in ein Sieb und hält sie über den Dampf von kochendem Wasser; aber stets in einer solchen Entfernung, dass sie von dem Dampfe nur wenig berührt werden können. Sie bekommen dadurch nicht allein ihre Güte, sondern auch ihre vollständige natürliche Schönheit, den blauen Dust, wieder, so dass sie den vom Baume abgenommenen Pflaumen fast gleichhkommen. Das so aufbewahrte Pflaumen um Weihnachten oder zu Ostern sich teuer verkaufen lassen, leuchtet wohl ein. "

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Gartenkalender für den Monat September

gartenkalender-september-umlauff1862
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Der Blumengarten

  • Wegen den Nachtfrösten sind Georginen mit Erde anzuhäufeln.
  • Topfaurikeln sind in die Sonne zu stellen.
  • Pflanzen, welche vom Nachtreif oder Nachtfrost gelitten haben, sind vor Sonnenaufgang mit kaltem Wasser zu bespritzen.
  • Zarte Pflanzen werden für die Nachtzeit schon ins Haus gebracht.
  • Nelkenkapseln werden, sobald der Same reif ist, abgeschnitten; überhaupt von Blumen aller Arten die Samen gesammelt.
  • Die noch übrigen Nelkenfenster werden verpflanzt.
  • Hyacinthen und Tulpenzwiebeln werden in die Erde und zwar ziemlich tief eingelegt, noch bevor die Kälte eintritt.
  • In die Töpfe sind zu bringen: Geranien, Winterlevkojen, gefüllter Goldlack, Monatrosen, Rosmarin.
  • In die Erde werden gelegt: Iris, Jonquillen, Tazetten.
  • Zum zeitigen Treiben werden Hyacinthenzwiebeln in Töpfe gelegt.
  • Ins freie Land können an Ort und Stelle, wo sie blühen sollen, gesäet werden: Rittersporn, Iberis, Gilien, Mohn, Klarkien, Adonis.
  • Auch ist es am besten, jetzt die perennirenden und schwer keimenden Pflanzen zu säen.
  • Am Anfang des Monats kann auch noch Reseda gesäet werden.
  • Chrysanthemum ist in Töpfe zu pflanzen und so ins Glashaus zu bringen.
  • Zu Anfang des Monats sind Tausendschönchen umzupflanzen.
  • Assodilien, Federmelsen, Primeln, Nachtviolen, Päonien, Schwertlilien werden durch Wurzelzertheilung vermehrt und eingesetzt.
  • Rosen können noch auf das schlafende Auge oculirt werden.
  • Bei Buchsbaumeinfassungen sind die leeren Stellen aufzufüllen.

Gemüsegarten

  • Die Behältnisse zum Aufbewahren der Wurzelgewächse sind herzurichten, und Sand, der etwas feucht zu halten ist, in die Keller zu schaffen.
  • Moos und Baumlaub zum Bedecken der Pflanzen ist einzusammeln und für den nächsten Monat Dünger in Vorrat zu halten.
  • Gegen Schnecken sind die Ränder der Beete mit Häckerling und Gerstenstreu zu bestreuen.
  • Die Sellerie ist fortwährend mit Jauche zu begießen und öfter zu behäufeln; die untersten Blätter sind, um das Wachstum zu befördern, abzunehmen.
  • Neue Erdbeerbeete können angelegt werden.
  • Die reifen Bohnen sind abzunehmen. Zwiebel-, Mangold-, Gurken-, Spargelsamen reifen.
  • Am Anfang des Monats können noch gesäet werden: Karotten, Petersilie, Spinat, Winterkresse; zu Ende des Monats werden Charlotten, Knoblauch, Winterzwiebeln gelegt.
  • Von Kraut, Kohl und andern Pflanzen kann man die Raupen dadurch abhalten, dass man über dieselben frisches Laub von weiblichem Farrenkraut (Pteris aquillina) legt. Auch durch eine Auflösung von 4 Loth Alaun in einer Halbmaß Wasser, welche man auf die Beete ausgießt, lässt sich derselbe Zweck erreichen. In neuester Zeit wird besonders Chlorkalk als ein vorzügliches Mittel empfohlen. Wenn man den Chlorkalk im Wasser auflöst und mit einem Staubbesen die Pflanzen, womöglich Abends oder in der Früh bespritzt, so bleiben dieselben vom Erdfloh, Schmetterlingen und Raupen befreit. Als ein ferneres Mittel wird das Auspflanzen von Hanf zwischen die Pflanzen geraten.

Obstgarten

  • Die Augen, welche an den oculierten Bäumen nicht angewachsen sind, sind mit dem Messer behutsam herauszunehmen, die vertrockneten Flügel der Rinde bis aufs Grüne abzuschneiden und die Wunde mit Baumwachs zu belegen.
  • In der ersten Hälfte des Monats, wenn sich die Rinde gut löst, kann noch auf das schlafende Auge oculirt werden.
  • Die an erwachsenen Bäumen befindlichen Wasserreiser (Räuber) sind abzunehmen.
  • Stachel-, Johannis- und Himbeeren sind zu versetzen.
  • Es reifen: Sommer- und Herbstäpfel, Sommer- und Herbstbirnen, Pflaumen, Pfirsiche, Nüsse, Maronen.
  • In diesem Monate können lebende Zäune und Hecken aus Samen angelegt werden. Das dazu bestimmte Land muss wie das zu Baumschulen verarbeitet werden. Die Hecken werden am dichtesten, wenn man die Saat in zwei, einen Fuß voin einander entfernte Reihen macht. Am geeignetsten sind die Kornellkirschen, Weißdorn und die Weiß- oder Hainbuche.
  • Das Abraupen der Bäume im Herbste ist dem im Frühjahre vorzuziehen, weil dadurch die Meisen und andere kleine Vögel genötigt werden, länger in einer Gegend zu bleiben, um die Raupen an den verborgensten und unzugänglichsten Orten aufzusuchen; während wenn im Herbste die Raupennester gefüllt und in die Augen fallend an den Bäumen hängen bleiben, die Vögel sogleich überall reichliche Nahrung finden und im schnellen Fluge durch die Gärten ziehen. Vereinigen sich ganze Gemeinden in diesem Vorgange, so wird ein glücklicher Erfolg nicht ausbleiben.

Weingarten

  • Sobald die zwei oder drei untersten Augen der Reben zu reifen beginnen, ist der Boden durch das dritte Behacken zu lockern und zu reinigen.
  • Das Vehauen ist vorzunehmen.
  • Die reifenden Trauben sind vor Sperlingen, Wespen und Hornissen zu schützen.
  • Gegen Sperlinge werden die Trauben am besten durch Überziehen der Stöcke mit engmaschigen Netzen geschützt.
  • Gegen Wepsen und Hornissen kann man die Trauben nur dadurch schützen, dass man sie in Flor- oder Gazebeutel einhängt, was sich jedoch nur bei besonders kostbaren Weinsorten lohnen wird.

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Abbildungen

Grafik 1: Aus: Daheim. Ein Deutsches Familienblatt, 1871
Grafik 2: Lucas und Oberdieck, Monatsschrift für Pomologie und praktischen Obstbau (1855-1865)
Grafik 3: eigene Abbildung
Grafik 4: Gartenkalender nach Umlauff, 1862

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