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Die Ernte beginnt. ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏ ͏
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Liebe Gartenfreunde,
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 | Es ist Ende August - und eigentlich eine Schande, dass Sie diesen Gartennewsletter nicht schon eher erhalten haben. Leider musste ich auf ein wichtiges Sicherheitsupdate meiner Newsletter-Software warten. Nun müsste endlich alles funktionieren - es ist ein Anfang mit Schwierigkeiten, aber Probleme sind bekanntlich dazu da, gelöst zu werden. Obwohl der Newsletter zu spät kommt, will ich ihn trotzdem senden, da meine Newsletter und der Gartenkalender immer auf dem vorherigen Monat aufbauen.
In den letzten Tagen habe ich viel an der Digitalisierung des Buches "Gemüsebau während des Krieges" von Max Hesdörffer gearbeitet. Es ist noch nicht ganz abgeschlossen, aber ich denke wir sind auf einem gutem Wege, dieses Buch allen Gartenfreunden in diesem Newsletter bald zur Verfügung stellen zu können.
Um Ihnen einen kleinen Vorgeschmack geben zu können, werde ich im folgenden die Einleitung des Buches veröffentlichen. Jeder Krieg war schrecklich und jeder kommende Krieg wird schrecklich sein. Wie schrecklich, kann sich wohl kaum jemand vorstellen, der nicht in dieser Zeit gelebt hat. Seien wir froh und dankbar, und hoffen, dass ein zukünftiger Krieg in weiter Ferne bleibt. Es ist für den unbeteiligten in alten Büchern interessant zu sehen, welch wichtigen Stellenwert der Gartenbau damals doch eingenommen hat. Doch lesen Sie selbst...:
Auszug aus: Gemüsebau während des Krieges 1915, von Max Hesdörffer:
"Wie ein Blitz aus heiteren Himmel brach im Hochsommer des verflossenen Jahres der Krieg über Deutschland und Österreich-Ungarn herein. Wir stehen im Kampfe gegen eine Welt von Feinden, die sich nur aus Haß und Neid gegen uns verschworen haben. Wie ein Mann stand das waffenfähige Volk in Deutschland und Österreich-Ungarn auf, fest entschlossen, die Heimat bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen und zu siegen, koste es, was es wolle. Dieser feste Wille, der vom obersten Kriegsherrn bis zum letzten Landstürmer jeden Mann in Wehr und Waffen beseelt, hat schon zur Folge gehabt, dass unsere Milionenheere, trotz der Überzahl der Gegner, fast durchweg auf feindlichem Boden kämpfen, dass, von einigen Grenzbezirken abgesehen, der nicht wehrfähigen Bevölkerung die Schrecken des Krieges erspart blieben. Allenthalben konnten die Felder gepflügt und mit Wintersaaten bestellt werden. Unsere Feinde sind sich unserer militärischen Überlegenheit wohl bewusst, sie fühlen, dass sie uns nicht niederringen können und trösten sich deshalb mit dem Gedanken, uns auszuhungern. In Friedenszeiten kamen viele der wichtigsten Nahrungs- und Genussmittel aus fremden Lande nach Deutschland, nicht nur Südfrüchte, Kaffee, Kakao, Tee, Gewürz u.A., die unsere Heimat nicht erzeugen kann, sondern auch Getreide, Obst, Gemüse. Soweit diese Zufuhr aus jetzt neutralen Ländern erfolgte, ist sie stark behindert, soweit sie aus jetzt feindlichen Ländern kam, völlig ausgeschaltet. Wir werden nun den Beweis liefern, dass wir in dieser schweren Kriegszeit einerseits gern auf Leckerbissen (Delikatessen) und Genussmittel aus dem Feindesland verzichten, dass wir aber auch andererseits mit den Erzeugnissen unserer eigenen Landwirtschaft und unseres Gartenbaues nicht nur sparsam umgehen, sondern auch alles aufbieten, um dem heimischen Boden die höchst möglichen Erträge abzuringen. Die Behörden haben bereits Verfügungen erlassen, welche dem Haushalten Vorschub leisten, so das Verbot des Verfütterns von Brotgetreide, die Vorschrift des Kartoffelmehlzusatzes zum Roggenbrot, welches wir mit gutem Appetit als Kriegsbrot essen, die Beschränkung im Verbacken von Weizenmehl, die Beschlagnahme des Brotgetreides usf. Um die Erzeugung von frühem Treibgemüse werden wir die deutschen Handelsgärtner, vielfach auch jene bemüht sein, die im Frieden nur Luxuspflanzen zogen, an der Erzeugung der Gartengemüse muss sich jetzt aber auch jeder nicht waffenfähige Mann, jede deutsche Frau beteiligen, denen geeignetes Gartenland hierzu zur Verfügung steht. Das ist Kriegsarbeit in der Heimat, Kriegsarbeit, die uns die Möglichkeit bietet, freie Stunden im eigenen Interesse, zugleich aber auch im Interesse des Vaterlandes, nützlich zu verwerten, Kriegsarbeit, die den Körper stählt, den Geist frisch erhält und alle, die den Heldentod und die schwere Verwundung teurer Angehöriger und Freunde beklagen, krank im Herzen sind, mit neuem Lebensmut erfüllt. Gartenarbeit ist die beste Trösterin dieser schweren, aber auch erhebenden Zeit. Die Einfuhr von fremden Gemüse nach Deutschland war bisher enorm; sie stieg von Jahr zu Jahr. So betrug sie im Jahre 19089 2.164.885 Doppelzentner im Werte von 33.600.000 M., im Jahre 1912 aber schon 4.314.793 Doppelzentner im Werte von 80.067.000 M. Diese gewaltigen Summen sollen und müssen dem deutschen Nationalvermögen erhalten bleiben. Um dies zu erreichen, jetzt insbesondere aber auch, um die uns von unseren Feinden zugedachte Aushungerung zu Schanden zu machen, die uns zu einem Friedensschluss um jeden Preis zwingen soll, ist es nicht erst nötig, die gewaltigen, im Reiche noch brachliegenden Moorgebiete urbar zu machen, alle Ödländereien unter den Pflug zu nehmen, sondern es genügt schon, wenn das jetzt vorhandene Gartenland restlos und fachgemäß mit Gemüsen angebaut wird. Moore lassen sich nicht von heute auf morgen in Kulturland verwandeln, und aus Ödland wird nicht nach dem ersten Düngen und Pflügen Gemüseland, sondern zunächst höchstens Kartoffelland, auf welchem die allmähliche Vernichtung der ausdauernden Unkräuter ein hartes Stück Arbeit und manchen Schweißtropfen kostet. Mageres Ödland, ohne Düngung gepflügt und mit Kartoffeln bestellt, wird stets geringste Ernten liefern, die Kosten und Arbeitsaufwand nicht nur unbezahlt lassen, sondern häufig kaum wieder die ausgelegten Saatkartoffeln einbringen. Wir Gartenbesitzer, die wir, weil nicht oder nicht mehr kriegstüchtig, oft mit schwerem Herzen zu Hause bleiben müssen, die Frauen der Gartenbesitzer, die im Felde stehen oder dort schon fürs Vaterland verblutet sind, wir alle wollen jetzt Kriegsdienst in der Heimat tun, wir alle, alle vom ärmsten Laubenkolonisten und Parzellenpächter, bis herauf zum vornehmsten Villenbesitzer. Man bedenke nur, welche Erleichterung der Gemüsemarkt schon erfährt, wenn nur die Laubenkolonisten, von welchen jeder wenige Quadratmeter bebaut (Berlin hat über 45.000 solche Pioniere des Gartenbaues, die ausschließlich auf vormaligem Ödland wirtschaften) und die Pächter von Kleingärten, die selbst in mittleren Provinzstädten häufig nach Tausenden zählen, in der sachgemäßen Bewirtschaftung ihres Landes eine nationale Ehrenpflicht sehen, einen Kriegsdienst in der Heimat, der Hand in Hand geht mit dem blutigen Dienst an der Front. Während jede der wichtigen landwirtschaftlichen Feldfrüchte den Grund und Boden so lange beansprucht, dass er im gleichen Jahre keine zweite Ernte liefern kann, ermöglichen alle Gemüsearten, mit Ausnahme der mehrjährigen, staudenartigen (Spargel, Rhabarber, Artischocken) und derjenigen, von welchen wir reife Körnerfrüchte ernten wollen (Erbsen und Bohnen) nicht nur mehrere Ernten auf gleichem Beet, sondern oft gleichzeitig neben der Haupternte auch noch eine dieser voraufgehenden Nebenernte, und zwar durch Zwischenpflanzung kurzlebiger Gemüse zwischen solche, die weiten Abstand und längere Kulturzeit erfordern. Das ist in dieser Kriegszeit von höchster Bedeutung. Dem Winterspinat kann man im März schon frühe Erbsen, diesen nach Düngung im Juni-Juli Grün- und Rosenkohl folgen lassen, was drei Ernten ergibt; auf ein Gurkenbeet kann man frühe Kohlrabi und Kopfsalat als Nebenfrucht anbauen, die längst abgeerntet sind, ehe die Gurken die ganze Beetfläche beanspruchen; auf Kopfkohlbeeten erntet man von Zwischenpflanzungen gleichfalls Kohlrabi und Kopfsalat; im August abgeerntete Beete lassen sich noch mit Herbstrüben besäen, im September abgeerntete Beete noch mit Spinat und Feldsalat usw. Bei solchem Anbau und richtiger Pflege liefern schon 300 – 400 m² guten Gartenlandes den ganzen Jahresbedarf an Gemüsen für eine mittlere Familie, 600 – 700 m² daneben auch noch den gesamten Kartoffelbedarf."
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Kräuterwissen
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Das Bild zeigt einen mittelalterlichen Kräutermarkt, auf dem mit Heilkräutern gehandelt wurde.
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Dill- Lein- und Senfsaat
Hinweis: Folgender Abdruck dient nur des Literaturstudiums und der historischen Forschung. In keinem Fall wird die Nachahmung empfohlen! Dies ist keine medizinische Beratung.
Dill- Lein- und Senfsaat. Ein Auszug aus: Pieter van Aengelen in seinem Buch: "Der verständige Gartenmeister" aus dem Jahre 1703.
Dill-Saat hat kleine haarichte Blätter / oben auff wächst die Saat in Körnichen. Die Saat mit den obersten Sprossen / Saat und Blumen in Wein gesotten / und getruncken / bricht die Winde / und treibt den Urin. Ist gut vor die Mutterpein / macht ruhigen Schlaff / verwärmet die Brust / stärckt den Magen / und das Gehirn. Öl von Dill mit Dealthea ist gut vor Gicht und Pein in den Adern. Dill viel gebraucht macht dunkle Augen und trucknet die Natur. Der Geruch von Dill treibt den Urin. Dillenöl an die Stirn und den Schlaff gestrichen / macht wol schlaffend.
Lein-Saat ist warm und treug im ersten Grad. Lein oder Lin-Saat gepulvert / mit B ier und Butter als Brey gesotten / und auff harte Geschwülst gelegt / macht sie reiff und bricht durch / ziehet auch Splitter und Dörner auß. Vor den Brand vom Feuer / ein Tuch mit Leinöl umgeschlagen / oder Lein-Saat in Wasser gesotten und Tücher darin genetzt / ist auch gut. Die Blätter zerknirscht und auff reiffe Geschwülste gelegt / brechen durch. Dieses thut auch die Lein-Saat in Wasser gesotten. Saat auff Feuer gelegt, gibt guten Geruch / und der Rauch von unten empfangen / stillt die Mutterpein. Der Leinsaat ist dem schwehrt und geschwüllst der Leib. Das Pulver hiervon als ein Electuarium mit Honig und Pfeffer gebraucht / macht Courage / stillt auch den Husten.
Mostert oder Senff-Saat. Diese Saat ist heiß und treug im vierdten Grad. Sie bleibt fünff Jahre gut und in ihrer Kraft wird im Herbst und im Frühling gesäet. Gemahlene Mostert oder Senff-Saat ist gut und gesund bei hart verzehrenden Speisen / um dieselbe helffen zu verzehren. Ist gut vor einen bösen Magen / vor die Wassersucht / treibt den Urin / und stillt die Bauchpein. Neugemahlen Mostert auff böse Geschwülste und Geschweht gelegt / macht sie treug und vergehend. Senff-Saat gesotten in ein Tüchlein gethan / dann in Essig getauchet / und mit laulichtem Wasser in dem Munde gehalten / stillt die Zahnpein / saubert das Gehirn / und macht niesend. Öl von Mostert-Saat auffgeschmiert / ist gut vor Sciatica und matte Sehnen. Das Pulver mit Wasser vermengt und die Hände oder das Gesicht damit gewaschen / macht weiß und sauber.
Gartentätigkeiten im August
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Der Wohlbestellte Küchengarten - 1841
- Vom Blumenkohl und andern Kohlarten muss in der ersten Hälfte des Monats eine zweite Aussaat gemacht werden, wenn man mit Gewissheit gute Winterpflanzen erziehen will.
- Spinat, Kerbel und Petersilie, zum Gebrauche im künftigen Frühjahre, Herbstrüben, märkische und teltower Rüben für dieses Spätjahr werden den ganzen Monat hindurch gesäet.
- Mehrere wohlriechende Kräuter, als Minze, Melisse, Ysop usw. durch Zertheilung der alten Stöcke zu vermehren und umzulegen.
- Sauerampfer, Schnittlauch, Pimpernell und spanischen Kerbel zu zertheilen.
- Endivien zu säen und zu verpflanzen, auch Kopfsalat für den Winter.
- Die Arbeiten für Juni nr. 3, 5, 7, 8, 9 und 10, ingleichen Nr. 11 zur Julius fort zu setzen.
- Der Küchengarten liefert im August fast alle für die zwei vorhergehenden Monate angezeigten Gemüse in Menge.
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Gartenkalender nach Umlauff, 1863
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Blumengarten
- Blühende Topfgewächse sind bei trockener Witterung fleißig zu begießen.
- Alle Samen-Levkojen müssen gut gepflegt werden.
- Die zum Treiben im Winter bestimmten Blumenzwiebeln, z.B. Tulpen, Hyacinthen sind am Ende des Monats in Töpfe zu legen und bis zum eintretenden Froste an einen nicht zu sonnigen Ort in den Garten zu stellen, wo sie mäßig feucht gehalten werden.
- Das Einsammeln des Samens wird fortgesetzt, besonders von Aurikeln, Primeln und allen Arten Sommerblumen.
- Bis zur Mitte des Monats können die zum Winterflor bestimmten Aussaaten wiederholt werden; auch Winterlevkojen, die in Kästen durchwintern sollen, sind zu säen.
- Die Samennelken sind zu verpflanzen; die Nelkenfenster von den alten Stöcken abzunehmen.
- Aurikeln, Anemonen, Federnelken, Feuerlilien, Maiblumen, Goldlach, weiße Lilien werden verpflanzt.
- In die Töpfe zu bringen sind: Balsaminen, Stecklinge von Goldlack und Geranien, Winterlevkojen, welche sich gefüllt zeigen, dann die früher aus Töpfen ins Land gepflanzten Blumen, als: Canna, Fuchsien, Heliotropien, Stechapfel, Verbenen usw.
- Auf den Ohrwurm, welcher die Georgien zerstört, ist Jagd zu machen.
- Levkojen kann man dadurch baumartig ziehen, dass man zu Anfang des Herbstes die Krone mit einem Bindfaden ziemlich fest bindet, und erst nach einigen Jahren den Faden vom Stamme löst, wornach die reichlichste Blüte erfolgt.
Gemüsegarten
- Kraut und Wirsing werden behackt.
- Das Jäten ist fortzusetzen.
- Das Kraut ist fleißig abzuraupen.
- Alte 3 – bis 4jährige Artischockenstöcke werden ausgegraben.
- Sommerendivien sind gut zu binden.
- Endivien, Kohlrabi, Kohlrüben, Kopfkohl, Sellerie sind zu bedecken und zu behäufeln.
- Reife Samen werden nach und nach gesammelt und an einen schattigen, luftigen Ort gebracht.
- Die Samenzwiebeln sind, sobald das Kraut welk ist, herauszunehmen, eben so Knoblauch. Den Melonen, Kürbissen, Gurken sind Schiefersteine oder Scherben unterzulegen; auch sind dieselben öfter umzuwenden, damit sie die zur Reife nötige Sonne allenthalben erhalten.
- Von den Melonen sind die Samenkerne zu nehmen.
- Umzulegen sind: Englischer Spinat, Schnittlauch, Dragun, usw.
- Mit dem Einsammeln der Einmachgurken und grünen Bohnen ist fortzufahren.
- Kümmel und Runkelrübensamen wird geerntet.
- Die schönsten Artischockenfrüchte und Gurken sind auszuziehen.
- Endivien, Sellerie, zuletzt auch Salat, Basilikum und Kartoffeln sind zu pfretten.
- Gesäet werden zum Winter- und Frühjahrsgebrauche: Rapunzen, Spinat, Möhren, märkische Rüben, Wasserrüben, Löffelkraut, Kohl, Endivien, Salat, und zwar in fettes Land, weil er nicht mehr verpflanzt werden kann.
- Leer gewordene Beete sind mit Winterendivien und Winterkohl, Brokoli usw. zu bepflanzen.
- Die Nebenschöße der Artischocken sind zu verpflanzen, veredelte Waldbeeren zum Treiben im Winter in Töpfe zu bringen.
- Die abgeräumten Mistbeete sind mit Endivien, Kopfsalat und Schnittlauch zu bepflanzen.
Obstgarten
- Vom Steinobst sind Kerne zu sammeln, und können dieselben auch gleich gelegt werden.
- Die Beete, wo Obstbaumwildlinge stehen, sind bei trockenem Wetter vorsichtig zu lockern und vom Unkraut zu reinigen.
- Der Verband von copulierten und gepfropften Bäumen ist, wenn es bisher versäumt wurde, abzunehmen.
- Mit dem Veredeln der Bäume durch Sommerpropfen ist fortzufahren.
- Die in Grasböden stehenden Bäume sind um den Stamm herum vom Gras zu befreien, und ist die Erde aufzulockern.
- Der Baumschnitt und jede Beschädigung des Holzes ist, so wie im vorigen Monate, schädlich.
- Die Äste der mit Obst beladenen Bäume sind zu stützen.
- Es reifen Ananas und Tafelbirnen, Sommerbergamotten, Rosenäpfel, Reineclaude, Eierpflaumen, Kirschpflaumen, Maulbeeren, Aprikosen, Pfirsiche usw.
- Die besten Unterlagen für Pflaumen gibt die Haferpflaume; es lassen sich aber auch die Saatstämmchen von üppig wachsenden, französischen Pflaumensorten dazu verwenden.
- Das beste Mittel, um die Baumwunden zu heilen, ist Steinkohlentheer. Bei der Anwendung ist zu beobachten: 1. Der Theer muss mit Kienruß zur Dicke einer Leinölfarbe gebracht werden; 2. Müssen die Wunden gleich nach dem geschehenem Schnitte sorgfältig überstrichen werden, nachdem sie gereinigt wurden. 3. Muß der Anstrich öfter, in jedem Jahre ein oder zweimal wiederholt werden, bis die Wunde gänzlich verwachsen ist. Beim Reinigen der Wunden ist ein möglichst scharfes Messer zu verwenden.
Weingarten
- Reben werden gegipfelt. Den zu künftigem Fruchtreben bestimmten Ruthen werden zwei Blätter über der obersten Gabel die Spitzen abgenommen, so dass nur die an jeder Rebe an jedem Schenkel, an jedem Zapfen befindliche unterste Ruthe ungekappt bleibt.
- Der Gaiz, d.h. die kleinen Seitenzweige, welche von diesen Ruthen getrieben werden, sind nicht abzubrechen.
- Auch sind die Reben anzuheften; das Unkraut ist wegzunehmen.
- Bei günstiger Witterung kommen an den Wänden schon mehrere frühe Weinsorten, zur Reife, die spät reifenden Weinsorten, so wie alle PFahlweine locken in diesem Monate, die Beeren klären sich und werden glänzend.
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Böttners Gartenbuch für Anfänger 1899
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Schauen wir uns zum Schluss noch an, was der alte Böttner in seinem Gartenbuch schreibt.
August Spinat, Kerbelrüben, Rapünzchen säen - Blumenkohl und Rotkohl säen zum Durchwintern der Pflanzen - Kohlrabi und Endivien pflanzen - Esdragon und Schnittlauch pflanzen - Perlzwiebeln legen - Neue Erdbeerbeete anlegen nach vorhergehendem, starkem Düngen und Decken der Beete mit Mist - Schnecken nachts mit der Laterne absuchen - Auf den Kohlbeeten die Eierhaufen des Kohlweißlings zerdrücken - Raupen absuchen - Die Obsternte beginnt - An Obstbäumen Madenfallen anbringen - Blutlaus bekämpfen - Fruchtbeladene Zweige und Äste stützen - An einzelne große Früchte der Zwerg- und Spalierbäume Schutzbrettchen anbringen - An Himbeeren das abgetragene Holz ausbrechen - Weinreben kappen - Junge Obstbäume okulieren - Stauben teilen und verpflanzen: Fliegendes Herz, Linien, Narzissen - Silene, Nemophilla und andere Frühjahrsblumen säen - Nelkenfenster ablegen - Sommerstecklinge von Pelargonien, Fuchsien und Rosen machen.
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Abbildungen
Grafik 1: Buchcover Gemüsebau während des Krieges, 1915 von Max Hesdörffer, eigene Aufnahme. Grafik 2: Mittelalterlicher Kräutermarkt. Aus: Kreuterbuch, künstliche Conterfeyfunge der Bäume / Stauden / Hecken / Kreuter / Getreyde / Gewürze. Christian Egenlolff, 1578 Grafik 3: Buchcover, "Der wohlbestellte Küchengarten, "De combles", Übersetzung aus dem Französischen, Weimar 1840. Grafik 4: Umlauff, Carl (Enders, 1862): Ewiger Garten-Kalender für Blumenkultur, Gemüsebau, Obstbaumzucht und Weinbau, in zwölf Monatstafeln (etc.) Grafik 5: Gartentätigkeiten im Juli, aus: Johannes Böttner, Gartenbuch für Anfänger, 1889. Eigener Scan.
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